Gore / Sympatex …. Vergleichstest
Ausrüstung Membrankonzepte
Hau(p)tsache dicht
Motorradbekleidung, die sich für Tourenfahrer empfiehlt, verfügt in der
Regel über eine Klimamembran. Wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv
wollen sie alle sein, doch Membran ist nicht gleich Membran, und bei der
Verarbeitung gibt es auch Unterschiede.
t »Tex« darauf hin, dass sich darin eine Klimamembran verbirgt. Neben den wohl bekanntesten
Vertretern, nämlich Gore- Tex und Sympatex, tummelt sich auf dem Markt mittlerweile
eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien. Alle reklamieren für sich, nicht nur wasser- und
winddicht, sondern auch atmungsaktiv zu sein.
Pionier Gore fertigt die Schutzschicht aus gerecktem PTFE, einem Material, das viele in
etwas anderer Form auch als Teflon-Beschichtung aus der Bratpfanne kennen. Das Geheimnis
seiner Funktion liegt in mikroskopisch kleinen Poren, gerade groß genug, um Wasserdampf
entweichen zu lassen, gleichzeitig aber zu klein, dass Wasser in flüssiger Form eindringen kann.
Die unabhängig von der Bekleidung hergestellte Membran ist hauchdünn, zugleich aber extrem
robust und reißfest.
Sympatex hingegen besitzt keine Poren und ist ebenso wie die Gore-Membran hydrophob, also
wasserabweisend. In ihrer Struktur befinden sich jedoch hydrophile, also »feuchtigkeitsfreundliche«
Bestandteile, die dafür sorgen, dass Wasserdampfmoleküle durch die Membran transportiert werden
können.
Verbund mit einem hydrophilen Träger realisiert, kann damit also aktiv Feuchtigkeit aufnehmen.
Die einzelnen Systeme haben jeweils spezifische Vorund Nachteile. Meist ist die Atmungsaktivität
, also die Menge an Wasserdampf, der in einer gewissen Zeit durch die Membran gelangen kann,
bei porösen Membranen höher. Dafür sind porenlose Folien weniger anfällig für Verschmutzungen.
So können sich beispielsweise Waschmittelreste in den Poren ablagern. Deshalb sollte man
Membranbekleidung lieber häufiger, aber mit möglichst wenig Waschmittel reinigen und grundsätzlich
auf Weichspüler verzichten, da sie die Poren verkleben.
Membran. Hier wird ein Trägerstoff, mitunter direkt das Außenmaterial, mit einer porösen
Beschichtung versehen. Beschichtungen sind deutlich weniger robust, lösen sich schnell ab
, und entsprechend ist die Bekleidung alsbald undicht. Generell kommt es für dauerhafte
Wasserdichtigkeit sehr auf gute Verarbeitung an. Die Nahtstellen müssen gründlich und
dauerhaft versiegelt werden. Markenhersteller legen deshalb großen Wert auf eine immer
wieder kontrollierte Verarbeitung der eigenen Membran. Da der Herstellungsaufwand und
die Kosten entsprechend höher liegen, schlägt sich dies auch im Preis nieder. Billige Membran
-Bekleidung ist im Neuzustand sicher auch dicht und »atmet« meist auch, fraglich ist nur, wie lange.
Umfeld für die Funktionsweise eine große Rolle. Wird die Membran lose zwischen Außen- und
Innenfutter eingehängt und etwa nur an Kragen, Saum und Ärmeln befestigt, spricht man vom
Z-Liner. Die Herstellung ist deutlich einfacher und die Bekleidung entsprechend günstiger.
Dafür saugt sich aber bei Regen die Außenhaut voll, wird schwer und trocknet nur langsam.
Zudem kann sich beispielsweise an den Ärmeln Wasser über das Innenfutter in die Jacke ziehen.
Sind das Außenmaterial und die Membran fest miteinander verbunden, spricht man von einem
2-Lagen-Laminat. Besonders im Outdoor-Bereich wird diese robuste und zugleich sehr flexible
Form häufig genutzt.
Bei einem 3-Lagen-Laminat wird auch das Innenfutter fest eingebunden. So entsteht eine
etwas steifere, aber sehr robuste und zugleich hochfunktionelle Verbindung. Diese 3-Lagen
-Laminate werden gerade in hochwertiger Motorradbekleidung gerne mit sehr abriebfesten
Außenmaterialien mit Aramid und Kevlar verarbeitet. Entsprechend hoch ist aber oft der
Preis, doch wer Wert auf guten Schutz legt und viel im Regen fährt, wird diese Konstruktion
schätzen. Beim noch recht jungen Gore- Tex-Pro-Shell-Leder-Laminat hat es Gore geschafft,
die Membran fest mit Leder zu verbinden. Das Ergebnis ist hoch abriebfest und gerade bei
der Verwendung mit perforiertem Leder sehr atmungsaktiv, gleichzeitig aber absolut wasserdicht.
Gerade für Enduro-Fahrer bietet sich Bekleidung an, bei der sich die Membran in Form einer
separaten Innenjacke herausnehmen lässt. So ist bei heißen Temperaturen oder hoher körperlicher
Anstrengung eine bessere Belüftung gewährleistet. Nachteil: Das Außenmaterial nimmt bei
Regen relativ viel Wasser auf. Bei diesen herausnehmbaren Innenjacken handelt es sich
mehrheitlich um 2-Lagen-Laminate, die in der Herstellung entsprechend teuer sind.
Quelle :
http://www.tourenfahrer.de/index.php?id=1915




