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Porsche übernimmt Mehrheit bei VW

Posted by Rainer on Januar 6, 2009
Categories: Allgemein


Noch heuer 75 Prozent angepeilt

Bereits über 50 Prozent: Porsche übernimmt Mehrheit bei VW.

Der Sportwagen-Hersteller Porsche ist seinem Ziel, die Macht bei Volkswagen und somit Europas größten Autobauer zu übernehmen, ein weiteres Stück nähergekommen.

Wie das Unternehmen Montagabend mitteilte, sicherte sich Porsche mittlerweile die Mehrheit an VW, nachdem das Unternehmen vor gut drei Jahren überraschend bei VW eingestiegen war.

Seit Montag konnte das von der Familie Porsche/Piech beherrschte Unternehmen laut eigenen Angaben seinen VW-Anteil dank Aktienkäufe auf 50,8 von 42,6 Prozent der Stammaktien aufstocken.


Sechs-Milliarden-Deal
Die am Montag zugekauften Papiere, die an der Börse knapp sechs Milliarden Euro wert sind, seien aus den eigenen liquiden Mitteln bezahlt worden, sagte ein Porsche-Sprecher.

Der Konzern hat sich allerdings für die Aufstockung seiner Anteile Optionen gesichert, die ihm einen festgelegten Preis für die Aktien garantieren. Experten schätzen diesen auf rund 100 Euro, an der Börse kosteten VW-Stämme am Montag gut 254 Euro.

Das verknappte Angebot an VW-Aktien an der Börse hatte im November Panik bei Investoren ausgelöst, die VW-Aktien leerverkauft und den Preis durch hektische Käufe zeitweise auf mehr als 1.000 Euro getrieben hatten.

Große Ziele
Ursprünglich hatte das Unternehmen die Schwelle bereits zum Ende des vergangenen Jahres überschreiten wollen. Angesichts der Wirtschaftskrise und der Entwicklung des Aktienkurses hatte es Porsche zuletzt allerdings nicht mehr ganz so eilig mit der Machtübernahme, die dennoch nach wie vor ganz oben auf der Agenda des Unternehmens steht.

Für 2009 peilt der Sportwagenbauer an, seine Beteiligung auf 75 Prozent zu erhöhen und so den Weg für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag freizumachen. Zweiter VW-Großaktionär ist das Land Niedersachsen.

Weiter Streit über VW-Gesetz
Für eine volle Kontrolle von VW reichen aber selbst 75 Prozent nicht aus, weil die Sperrminorität bei Volkswagen bei 80 Prozent liegt und das Land Niedersachsen sein 20-Prozent-Paket behalten will. Die EU-Kommission blickt aber stirnrunzelnd auf die im VW-Gesetz festgelegte Schwelle und dringt auf eine Abschaffung der Sonderregelung.

Eine Neufassung, die dem Land Niedersachsen mit seinem 20-Prozent-Anteil ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen in der Hauptversammlung sichert, war zwar zuletzt in Berlin beschlossen worden.

Aber Brüssel hatte auch das neue VW-Gesetz beanstandet. Und Porsche kämpft mit aller Macht weiter dagegen an – das VW-Gesetz würde einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag erschweren. Das Land Niedersachsen will die Souveränität seines wichtigsten Unternehmens erhalten – und den eigenen Einfluss.

Pflichtangebot für Scania
Durch die jetzige Aufstockung bei VW hat Porsche auch die mittelbare Kontrolle an Scania erlangt. Volkswagen hatte den schwedischen Lkw-Bauer mit knapp 69 Prozent der Stimmrechtsanteile übernommen und führt Scania als neunte Konzernmarke weiter.

Porsche ist nun verpflichtet, ein Übernahmeangebot für Scania vorzulegen. Porsche sei dabei aber an keine Vorerwerbspreise gebunden und müsse nur den gesetzlich geforderten Mindestpreis bieten, hieß es. Der Sportwagen-Hersteller betonte, dass er “kein strategisches Interesse” an Scania und am Erwerb von Scania-Aktien habe.

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